Virusbeschreibung

Wie Prof. Gosztonyi auf unserem Gesundheitstag 2009 in Bensheim von experimentellen Untersuchungen mit Bornavirus an Ratten berichtete, zeigt das Agens eine bevorzugte Affinität für exzitatorische (erregende), sog. glutamaterge, Nervenzellsysteme, während die hemmenden (inhibitorischen), sog. GABA-ergen Nervenzellsysteme unversehrt bleiben. Diese Gleichgewichtsverschiebung zwischen Erregung und Hemmung manifestiert sich in einem Verhalten, in dem die Symptome denen der menschlichen Depression sehr ähnlich sind. - Da bei der Mehrzahl humaner Patienten mit Depression eine chronische  Bornavirus Infektion nachweisbar ist, kann vermutet werden, dass bei Menschen in der Entwicklung der Depression evtl. die Verdrängung glutamaterger Systeme eine wichtige Rolle spielt.

Weitere Informationen dazu können Sie in der Kurzfassung Dr. Bode nachlesen.

 

Neurobiologische Folgen der Bornavirus-Infektion des Nervensystems, die die
Emotionalität, das Lernen und Verhalten modulieren.
Tagung der Selbsthilfegruppe Bornaviren, Borreliose, Herpes in Bensheim 2009, Referent: Prof. Georg Gosztonyi (Dr. med, PhD ) Prof. für Neuropatology, an der FU Berlin, Dr. h.c. Semmelweiß Universität Budapest

 

Abstract: Die verschiedenen Neuronensysteme des menschlichen und tierischen Nervensystems sind durch zahlreiche Erregungs-Übertragungsstellen, die Synapsen, miteinander verbunden. Diese Erregungs-Übertragung an den Synapsen erfolgt durch die Freisetzung von spezifischen chemischen Substanzen, sog. Neurotransmittern.
Die normale, gesunde Funktion des Nervensystems ist mit einem feinst organisierten Gleichgewicht der verschiedenen Neuronensysteme gesichert. Kommt es zu einer Verschiebung dieses Gleichgewichtes, kommen verschiedene Störungen der neuronalen Systeme zustande, die die Bewegung, Koordination, Lernen, Erinnerung, Verhalten und Emotionalität steuern.


Eine besondere Gruppe von Viren hat starke Affinität zum Nervensystem. Diese sog. neurotropen Viren beherbergen und vermehren sich in Nervenzellen, ihre Produkte binden sich zu den Erregungs-Übertragungsstellen, Synapsen, und verursachen dadurch schwere Störungen der Funktionen des Nervensystems.
Die Mechanismen, wodurch neurotrope Viren diese Funktionsstörungen erzeugen, wurden durch Darstellung der Wechselwirkungen zwischen Bornavirus und der Funktion der Neuronensysteme auf der Tagung am 24.10.09 in Bensheim erörtert:

 

Referat: Prof. Gosztonyi berichtete über experimentelle Untersuchungen mit dem Bornavirus. Im Gehirn der Ratten, die mit diesem Virus infiziert werden, ist eine bevorzugte Affinität dieses Agens gegen excitatorische (erregende), sog. glutamatergische Nervenzellsysteme feststellbar, während die hemmenden (inhibitorischen), sog. GABA-ergen Nervenzellsysteme unversehrt bleiben. Diese Gleichgewichtsverschiebung zwischen excitatorischen und inhibitorischen Systemen manifestiert sich in einem Verhalten, in dem die Symptome denen der menschlichen Depression sehr ähnlich sind.

Da bei der Mehrzahl der Patienten mit Depression eine chronische Infektion mit Bornavirus nachweisbar ist, liegt die Vermutung nahe, dass bei Menschen in der Entwicklung der Depression evtl. die  Verdrängung der glutamatergen Systeme eine wichtige Rolle spielt. Somit hat die Berliner Arbeitsgruppe Recht, die Glutamat-Mangel (Defizienz)-Hypothese, als Grundlage des depressiven Krankheitsbildes postuliert.
Ende Referat Gosztonyi

Hohe Durchseuchung bei Menschen und Pferden

Die tatsächliche latente Durchseuchung, insbesondere beim Menschen, ist vermutlich noch höher einzuschätzen als mit den heutigen Methoden erfaßbar ist. Praktisch jeder Dritte ist damit latent infiziert Es wird von 30 - 40 % latent Borna-Infizierte in der Bevölkerung ausgegangen, 5 % von ihnen erkranken ernsthaft mit Selbstmordabsichten. Bei den Pferden sind 60 % infiziert. Ende Zitat Bode

In der Habilitationsschrift von Dr. Liv Bode können Sie sich umfassend über das Virus bei Mensch und Tier informieren:
Borna Disease Virus - natürliche Infektion und Krankheit bei Tier und Mensch - Wissensstand und Neubewertung von Diagnostik, Pathogenese und Epidemiologie unter Einbeziehung eigener Studien