Volkskrankheit Depression

Jedes Jahr durchleben ca. 20 Prozent aller Frauen und über 10 Prozent aller Männer in Deutschland eine Depression. Weltweit sehen jährlich knapp eine Million Menschen keinen anderen Ausweg und nehmen sich das Leben. Die meisten von Ihnen litten unter einer Depression. Still und leise, wie die Mehrzahl ihrer Betroffenen, hat sich die Depression zur Volkskrankheit mit den größten Beeinträchtigungen entwickelt. Acht Jahre leiden die Betroffenen im Durchschnitt im Laufe ihres Lebens unter den Folgen der Krankheit.

Wenn man davon ausgeht, dass auf jeden Betroffenen, der sich vertrauensvoll an einen Arzt wendet, mindestens ein weiterer Betroffener die Krankheit nicht als solche erkennt, liegt die Dunkelziffer mindestens doppelt so hoch. Immer noch viel zu viele Menschen nehmen ihre andauernde Niedergeschlagenheit und Antriebslosigkeit als gegeben hin. Dabei kann eine Depression sehr gut behandelt werden – wenn sie rechtzeitig erkannt wird. Mit dem jährlichen „Europäischen Depressionstag" will die European Depression Association Ärzte, Betroffene, Angehörige und die breite Öffentlichkeit auf dieses Problem aufmerksam machen.

 

Die typischen Symptome einer Depression sind eigentlich jedermann geläufig, so häufig kann man sie bei sich oder bei anderen Menschen beobachten:

  • allgemein reduziertes Lebensgefühl (=Vitalstörung)

  • hartnäckige, oft „grundlose“, durch äußere Faktoren kaum beeinflussbare depressive Verstimmtheit aller Schweregrade mit Reduktion oder Verlust der „affektiven Schwingungsfähigkeit“, oft „tiefe Traurigkeit“ (Jaspers, 1913)

  • Hemmung allen seelischen Geschehens“ (Jaspers, 1913) oder unproduktive Betriebsamkeit

  • Interesselosigkeit und Freudlosigkeit (=Anhedonie)

  • Antriebsstörung

  • Rasche Ermüdbarkeit

  • Konzentrationsstörung und Merkfähigkeitsstörung (=depressive Pseudodemenz)

  • Schlafstörungen

  • Morgentief

  • Schuld- und Versagensgefühle, Gefühle innerer Leere und Sinnlosigkeit, Lebensüberdruss- oder Suizidgedanken

  • Zukunftsängste, andere Ängste, Hoffnungslosigkeit

  • Wut gegen sich selber

  • tiefe Verzweiflung

  • Verlust des sexuellen Verlangens (Libido-Verlust)

  • Appetitlosigkeit, Störung des Essverhaltens

  • Körperliche Symptome wie Schwitzen, Kopfschmerzen, andere Schmerzen, Tinnitus, Schwindel

Keines dieser typischen Symptome einer Depression muss vorhanden sein, oft findet sich nur eine individuelle Auswahl der genannten Symptome. (entnommen aus http://www.psychiatriegespraech.de/

 

Major Depression:

Für die klinische Diagnose einer Major Depression (2, 60) müssen entweder „depressive Verstimmung“ oder „stark vermindertes Interesse/Freude an allen Aktivitäten“ und 4 weitere der folgenden 7 Symptome täglich, in einem Zwei- Wochen-Intervall, aufgetreten sein:

  • deutlicher Gewichtsverlust/-zunahme

  • Schlaflosigkeit/vermehrter Schlaf

  • psychomotorische Hemmung/Unruhe

  • Müdigkeit/Energieverlust

  • Gefühl der Wertlosigkeit/exzessive Schuldgefühle

  • Suizidgedanken/-pläne

Patienten mit nachgewiesener BDV-Aktivität/-Infektion (Bornaviren) gehören nach den bisherigen Daten vorwiegend dem sog. melancholischen Subtyp an. Dessen klinisches Bild ist gekennzeichnet durch die folgende Kombination der obigen Symptome: Verlust jeglicher Freude, starker Gewichtsverlust, frühmorgendliches Erwachen/stärkere Depression am Morgen, psychomotorische Hemmung, sowie ausgeprägte Müdigkeit und kognitive Einbußen. Quelle: http://library.vetmed.fu-berlin.de/resources/global/contents/2654808/bode_habil.pdf aus 1999

 

Unterscheidungen der Symptome der psychischen Erkrankungen nach Häufigkeit

Zu den häufigsten psychischen Störungen (Häufigkeit in absteigender Reihenfolge, Angaben im Millionen Personen) in Deutschland gehören die

  • Angststörungen (z. B. Panik, Phobien, generalisierte Angststörung; 6,9 Mill)

  • affektive Störungen (z.B. Depression, Bipolare Störungen; 5,8 Mill)

  • Somatoforme Störungen (z.B. Hypochondrie, Schmerzstörung; 4,4 Mill)

  • Substanzstörungen (z.B. Alkohol-, Nikotinmissbrauch; 2,1 Mill)

  • Psychotische Störungen (z.B. Schizophrenie; 1,0 Mill)

  • Zwangsstörungen (z.B. Zwangshandlungen; 0,3 Mill)

  • Essstörungen (z.B. Bulimie; 0,1 Mill)

  • Eine Alzheimer Erkrankung gehört nur dann zu den psychischen Erkrankungen, wenn eine Demenz vorliegt. Anmerkung: Nach neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen aus den USA wird hier BSE und Creutzfeld-Jakob ursächlich genannt, siehe: http://eggetsberger-info.blogspot.de/2012/06/bse-bzw-creutzfeldt-jakob-krankheit.html

Quelle: Die Zahlen stammen aus der Gesundheitsberichterstattung des Bundes, eingestellt in einem Thread auf netdoctor.de - aus welchem Jahr sie stammen, ist mir nicht bekannt.

 

Für das deutsche Gesundheitswesen ist die ICD-10 maßgeblich.

Die ICD-10-Klassifikation für psychische Störungen enthält folgende 10 Hauptgruppen:

F0 Organische, einschließlich symptomatische psychische Störungen
F1 Psychische und Verhaltensstörungen durch psychotrope Substanzen
F2 Schizophrenie, schizotype und wahnhafte Störungen
F3 Affektive Störungen
F4 Neurotische, Belastungs- und somatoforme Störungen
F5 Verhaltensauffälligkeiten in Verbindung mit körperlichen Störungen und Faktoren
F6 Persönlichkeits- und Verhaltensstörungen
F7 Intelligenzminderung
F8 Entwicklungsstörungen
F9 Verhaltens- und emotionale Störungen mit Beginn in der Kindheit und Jugend

 

Außerdem gibt es noch eine Gruppe von ”nicht näher bezeichnete psychische Störungen”.

Jede dieser Hauptgruppen trägt den Kennbuchstaben ”F” für das Kapitel der psychischen Störungen. Unter jeder Hauptgruppe gibt es jeweils spezifischere Ebenen.

Unterscheidungen der Symptome der psychischen Erkrankungen nach Häufigkeit
Zu den häufigsten psychischen Störungen (Häufigkeit in absteigender Reihenfolge, Angaben im Millionen Personen) in Deutschland gehören die

  • Angststörungen (z. B. Panik, Phobien, generalisierte Angststörung; 6,9 Mill)
  • affektive Störungen (z.B. Depression, Bipolare Störungen; 5,8 Mill)
  • Somatoforme Störungen (z.B. Hypochondrie, Schmerzstörung; 4,4 Mill)
  • Substanzstörungen (z.B. Alkohol-, Nikotinmissbrauch; 2,1 Mill)
  • Psychotische Störungen (z.B. Schizophrenie; 1,0 Mill)
  • Zwangsstörungen (z.B. Zwangshandlungen; 0,3 Mill)
  • Eßstörungen (z.B. Bulimie; 0,1 Mill)