Glutamat-Mangel als Ursache von Depressionen vermutet

Die verschiedenen Neuronensysteme des menschlichen und tierischen Nervensystems sind durch zahlreiche Erregungs-Übertragungsstellen, die Synapsen, miteinander verbunden. Diese Erregungs-Übertragung an den Synapsen erfolgt durch die Freisetzung von spezifischen chemischen Substanzen, sog. Neurotransmittern.
Die normale, gesunde Funktion des Nervensystems ist mit einem feinst organisierten Gleichgewicht der verschiedenen Neuronensysteme gesichert. Kommt es zu einer Verschiebung dieses Gleichgewichtes, kommen verschiedene Störungen der neuronalen Systeme zustande, die die Bewegung, Koordination, Lernen, Erinnerung, Verhalten und Emotionalität steuern.

Eine besondere Gruppe von Viren hat starke Affinität zum Nervensystem. Diese sog. neurotropen Viren beherbergen und vermehren sich in Nervenzellen, ihre Produkte binden sich an die Erregungs-Übertragungsstellen, Synapsen, und verursachen dadurch schwere Störungen der Funktionen im Neuronennetzwerk.

Es wird vermutet, dass das Borna-Virus mit dem Botenstoff Glutamat um die Andockstellen an den Nervenzellen konkurriert, daß es sich hier also um eine kompetitive Hemmung handelt. Die Modellvorstellung zur Pathogenese geht davon aus, dass Virusbausteine (weniger das Virus selbst) eine reversible Störung oder Modulation der Neurotransmitterfunktion via Rezeptorblockade oder auf indirektem Wege bewirken.

Wie Prof. Gosztonyi auf unserem Gesundheitstag 2009 in Bensheim von experimentellen Untersuchungen mit Bornavirus an Ratten berichtete, zeigt das Agens eine bevorzugte Affinität für exzitatorische (erregende), sog. glutamaterge, Nervenzellsysteme, während die hemmenden (inhibitorischen), sog. GABA-ergen Nervenzellsysteme unversehrt bleiben. Diese Gleichgewichtsverschiebung zwischen Erregung und Hemmung manifestiert sich in einem Verhalten, in dem die Symptome denen der menschlichen Depression sehr ähnlich sind. - Da bei der Mehrzahl humaner Patienten mit Depression eine chronische  Bornavirus Infektion nachweisbar ist, kann vermutet werden, dass bei Menschen in der Entwicklung der Depression evtl. die Verdrängung glutamaterger Systeme eine wichtige Rolle spielt.

Weitere Informationen dazu können Sie in der Kurzfassung Dr. Bode nachlesen.

 

Neurobiologische Folgen der Bornavirus-Infektion des Nervensystems, die die
Emotionalität, das Lernen und Verhalten modulieren.
Tagung Bensheim 2009, Referent: Prof. Georg Gosztonyi (Dr. med, PhD ) Prof. für Neuropatology, an der FU Berlin, Dr. h.c. Semmelweiß Universität Budapest

Abstract: Die verschiedenen Neuronensysteme des menschlichen und tierischen Nervensystems sind durch zahlreiche Erregungs-Übertragungsstellen, die Synapsen, miteinander verbunden. Diese Erregungs-Übertragung an den Synapsen erfolgt durch die Freisetzung von spezifischen chemischen Substanzen, sog. Neurotransmittern.
Die normale, gesunde Funktion des Nervensystems ist mit einem feinst organisierten Gleichgewicht der verschiedenen Neuronensysteme gesichert. Kommt es zu einer Verschiebung dieses Gleichgewichtes, kommen verschiedene Störungen der neuronalen Systeme zustande, die die Bewegung, Koordination, Lernen, Erinnerung, Verhalten und Emotionalität steuern.
Eine besondere Gruppe von Viren hat starke Affinität zum Nervensystem. Diese sog. neurotropen Viren beherbergen und vermehren sich in Nervenzellen, ihre Produkte binden sich zu den Erregungs-Übertragungsstellen, Synapsen, und verursachen dadurch schwere Störungen der Funktionen des Nervensystems.


Die Mechanismen, wodurch neurotrope Viren diese Funktionsstörungen erzeugen, wurden durch Darstellung der Wechselwirkungen zwischen Bornavirus und der Funktion der Neuronensysteme auf der Tagung am 24.10.09 in Bensheim erörtert:

Referat: Prof. Gosztonyi berichtete über experimentelle Untersuchungen mit dem Bornavirus. Im Gehirn der Ratten, die mit diesem Virus infiziert werden, ist eine bevorzugte Affinität dieses Agens gegen excitatorische (erregende), sog. glutamatergische Nervenzellsysteme feststellbar, während die hemmenden (inhibitorischen), sog. GABA-ergen Nervenzellsysteme unversehrt bleiben. Diese Gleichgewichtsverschiebung zwischen excitatorischen und inhibitorischen Systemen manifestiert sich in einem Verhalten, in dem die Symptome denen der menschlichen Depression sehr ähnlich sind.

Da bei der Mehrzahl der Patienten mit Depression eine chronische Infektion mit Bornavirus nachweisbar ist, liegt die Vermutung nahe, dass bei Menschen in der Entwicklung der Depression evtl. die  Verdrängung der glutamatergen Systeme eine wichtige Rolle spielt. Somit hat die Berliner Arbeitsgruppe Recht, die Glutamat-Mangel (Defizienz)-Hypothese, als Grundlage des depressiven Krankheitsbildes postuliert. Ende Referat Gosztonyi

 

Anmerkung: Es dürfte also auch für Laien logisch sein, dass es in diesem Fall sinnvoller ist, das Bornavirus als Ursache zu bekämpfen als eine symptomatische Behandlung mit Antidepressiva und Psychopharmika, die sowieso in diesem Fall lt. Bornaforscher nicht viel nützen soll und unter Umständen große Nebenwirkungen haben kann.

Anmerkung zu Glutamat: Viele Menschen, die das lesen, verwechseln das hier genannte Glutamat immer mit dem Gewürz Glutamat, was zu entsprechend vielen Anfragen bei mir führt. Deshalb hier zur Erklärung ein Auszug aus http://www.diagnostisches-centrum.de/Infos/Fachinfos/Aminosaeuren/DCMS_Fachinfos-Aminosaeuren.htm

 

Glutaminsäure / Glutamat

Glutamin ist sozusagen eine wichtige Drehscheibe des Aminosäurenstoffwechsels, was auch daran erkennbar ist, dass die Enzyme des Glutamatstoffwechsels häufig verwendete Parameter der Labormedizin sind. Glutaminsäure ist Ausgangssubstanz für die Bildung von Glutamin, Prolin, Arginin und Ornithin sowie von N-Acetylglutamat, einem wichtigen Regulatormolekül des Harnstoffzyklus. Glutamat ist der bedeutendste excitatorische Neurotransmitter im ZNS, außerdem die Vorstufe des inhibitorischen Neurotransmitters GABA.

Glutamat spielt eine zentrale Rolle für die synaptische Plastizität, insbesondere für die Langzeitpotenzierung. Allerdings hat Glutamat auch neurotoxische Eigenschaften, besonders dann, wenn die Energieversorgung der Neuronen beeinträchtigt ist. Bei verschiedenen Erkrankungen sind excitotoxische Effekte mitbeteiligt, z.B. bei Epilepsien, bei der cerebralen Ischämie und beim Apoplex. In jüngerem Lebensalter und bei bestehenden Lern- und Konzentrationsstörungen kann aber eine Supplementierung der Glutaminsäure zur Verbesserung der Hirnleistungsfähigkeit durchaus auch angebracht sein. Ende Auszug

 

Beteiligung der BDV-Infektion an phasenhaften Affektpsychosen (Dr. Bode)

aus http://library.vetmed.fu-berlin.de/resources/global/contents/2654808/bode_habil.pdf

Das pathogenetische Modell geht ebenfalls konform mit den in dieser Arbeit vorgestellten Ergebnissen aus dem Humanbereich, die insgesamt eine Beteiligung der BDV-Infektion an phasenhaften Affektpsychosen stützen. Der Verlauf dieser bedeutsamen Erkrankungen (frühere Bezeichnung „endogene Depression“ und „manisch-depressive Psychose“) ist typischerweise durch einen Wechsel von symptomatischen und symptomfreien Phasen gekennzeichnet und daher eher mit einer funktionellen Störung als struktureller Schädigung von Nervenzellen vereinbar. Eine Fülle von Daten der biologisch-psychiatrischen Forschung unterstützt die heutige Sicht, nach der sich diskrete Veränderungen des Neurotransmitternetzwerks im limbischen System klinisch als Depression, respektive Manie, manifestieren. In akut depressiven Patienten wurden - in Analogie zu Tieren - im Blut häufig Antikörper und Antigenexpression gefunden, konnten virale RNA gezeigt, infektiöses Virus aus Blutzellen isoliert, Virusproteine im Liquor nachgewiesen und ein antidepressiver Effekt mit antiviraler Behandlung beobachtet werden.

Hohe Durchseuchung bei Menschen und Pferden, Schafen, aber auch bei Katzen und weniger bei Hunden

Die tatsächliche latente Durchseuchung, insbesondere beim Menschen, ist vermutlich noch höher einzuschätzen als mit den heutigen Methoden erfaßbar ist. Praktisch jeder Dritte ist damit latent infiziert Es wird von 30 - 40 % latent Borna-Infizierte in der Bevölkerung ausgegangen, 5 % von ihnen erkranken ernsthaft mit Selbstmordabsichten. Bei den Pferden sind 60 % infiziert. Ende Zitat Bode

 

In der Habilitationsschrift von Dr. Liv Bode können Sie sich umfassend über das Virus bei Mensch und Tier informieren:
Borna Disease Virus - natürliche Infektion und Krankheit bei Tier und Mensch - Wissensstand und Neubewertung von Diagnostik, Pathogenese und Epidemiologie unter Einbeziehung eigener Studien

Kurzfassung der Habilitatiosschrift

Wir möchten mit diesen Infoseiten den Rätseln dieser noch weitgehend unbekannten Zoonose näher kommen und dazu Therapeuten und Ärzte mit Erfahrungsberichten Betroffener zusammenzubringen. Die Erfahrungswerte mit bornainfizierten Pferden und ihren oftmals selbstbetroffenen Besitzern aus den Selbsthilfeforen, insbesondere dem Zoonoseforum www.chronische-infektion.de werden seit 5 Jahren gesammelt. Diese und die bisher auf seroepidemiologischer Basis erhobenen Daten der Bornaforscher bestätigten dann auch, dass die BDV-Infektion weltweit viel stärker verbreitet ist als in früheren Jahren vermutet, in denen BDV noch als exotischer seltener Erreger einer seltsamen Pferdekrankheit galt.

 

In 2007 wurde Dr. Liv Bode von der Vereinigung deutscher Wissenschaftler der Whistleblower-Preis für ihre Bornaforschungen zuerkannt. Mit dem Preis sollen jährlich auf internationaler Ebene Persönlichkeiten geehrt werden, die in ihrem Arbeitsumfeld oder Wirkungskreis schwerwiegende, mit erheblichen Risiken oder Gefahren für Mensch und Gesellschaft, Umwelt oder Frieden verbundene Missstände aufgedeckt haben.Interessierte finden darüber viel Material auf der Page der deutschen Wissenschaftler www.vdw-ev.de, die sich der Tradition verantwortlicher Wissenschaft verpflichtet fühlen. Aus den ganzen Dokumenten geht hervor, dass die neuen Erkenntnisse über das Virus in Deutschland aus welchen Gründen auch immer nicht unbedingt an die Öffentlichkeit gelangen sollen, was sich aber schon aus den zahlreichen Berichten aus der Pferdewelt bzw. ihrer (oft betroffenen) Besitzer nicht vermeiden läßt.

 

Um es mit den Worten von Dr. Liv Bode anläßlich der Übergabe des Whistleblower-Preises auszudrücken:
"Was wäre, wenn sich unsere bisherige Forschungen bestätigen würden und die rätselhafte Melancholie tatsächlich infektiöse Wurzeln hätte?" Möchten Sie mehr darüber lesen und die Zusammenhänge besser verstehen? Dann lesen Sie hier im folgenden pdf weiter, was Dr. Bode uns zur Verfügung gestellt hat: Dankesrede von Dr. Liv Bode anläßlich der Übergabe des Whistleblower-Preises 2007 - ein umfassender Bericht aus Vergangenheit zur aktuellen Gegenwart über die Entstehung von Depressionen, die Verbindung mit dem Bornavirus im limbischen System - Gemütsvirus als evolutionäres Erbe? - Krankheitserreger - Begleiter von Anbeginn - wann werden schlafende Bornaviren zum Risiko etc.:http://vdw-ev.de/festveranstaltung/Dankesrede%20Bode.pdf

 

Es gibt keine Impfung. In Deutschland wird im Veterinärbereich nicht mehr gegen die Borna-Erkrankung geimpft. Die Impfung wurde 1992 verboten aufgrund von berechtigten Zweifeln an der Impfung. Die ausführlichen Veterinärseiten über das Bornavirus bei Pferd, Katze, Schaf, Rind, Papagei u.a. finden Sie unter www.borna-borreliose-herpes.de